Alkoholfreie Weine vom Weingut Nett

Alkoholfreier Wein: Echter Genuss oder nur Traubensaft mit Ambitionen?

Hand aufs Herz: Kann man alkoholfreien Wein wirklich mit dem klassischen „echten“ Wein vergleichen?

Eins vorweg: Wenn ihr einen alkoholfreien oder alkoholreduzierten Wein entkorkt, dürft ihr keine 1:1-Kopie des Originals erwarten. Das klappt meistens nicht. Warum? Weil Alkohol im Wein zwei wichtige Jobs hat: Er ist ein massiver Geschmacksträger und sorgt für den „Körper“, also dieses wohlige Mundgefühl.

Wie wird Wein eigentlich alkoholfrei?

Bei der Entalkoholisierung (meist durch Vakuumdestillation) wird dem Wein bei niedrigen Temperaturen der Alkohol entzogen. Das Problem: Dabei verduften leider auch oft flüchtige Aromen, die man später nur schwer wieder einfangen kann.
Wenn ihr noch mehr über Alkoholfreien und Alkoholreduzierten Wein erfahrten wollt, dann lest gern meinen Artikel dazu.

Meine persönlichen Empfehlungen: Von Supermarkt bis Fachhandel

Geschmack ist – wie immer beim Wein – absolut subjektiv. Aber nach etlichen Tastings haben wir (meine Frau Conny und ich) ein paar Favoriten gefunden, die auch ohne „Umdrehungen“ richtig Spaß machen.

Die Supermarkt-Helden (Preis-Leistungstipp):

  • Michel Schneider Chardonnay: Mein persönlicher Liebling aus dem Regal. Für ca. 6 € absolut alltagstauglich und unkompliziert.
  • Rossmann Riesling: Ja, richtig gelesen! Die Drogeriekette hat einen gelabelten alkoholfreien Riesling, den Conny besonders gerne mag. Ebenfalls ein Schnapper für knapp 6 €.

Perlen aus dem Fachhandel: Wenn es etwas anspruchsvoller sein darf, lege ich euch das Weingut Bergdolt-Reif & Nett ans Herz. Ob Pinot Blanc, Pinot Bianco, Riesling oder Sauvignon Blanc – die machen handwerklich einen top Job. Auch J. Trautwein (Riesling & Sauvignon Blanc) und das Berliner Label Kolonne Null sind ganz vorne mit dabei. Letztere haben uns letztes Jahr auf der „La Grande Suff“ in der Markthalle Neun echt beeindruckt.

Warum Rotwein ohne Alkohol schwierig ist

Vielleicht ist es euch aufgefallen: Ich empfehle fast nur Weißweine. Das liegt daran, dass alkoholfreie Rotweine mich bisher am wenigsten überzeugt haben. Wenn man wie ich kräftige, dunkle Rote liebt, fehlt ohne den Alkohol einfach das Gerüst. Im Sommer gekühlt ist das okay, aber im Winter vor dem Kamin? Da fehlt mir der Wumms.

Der Gamechanger: Alkoholfreier Sekt & Schaumwein

Hier wird es richtig spannend! Durch die Kohlensäure merkt man bei alkoholfreiem Sekt, Prosecco oder Champagner-Alternativen kaum, dass der Alkohol fehlt. Die Perlage kitzelt die Zunge und trägt die Aromen perfekt.

Hier gilt für uns: Je trockener, desto besser. Achtet auf Bezeichnungen wie:

  • Brut (trocken)
  • Extra Brut (sehr trocken)
  • Brut Nature (knochentrocken, Restsüße unter 3g/l)

Gerade bei Schaumweinen ist die alkoholfreie Variante eine echte Alternative, bei der man kaum Verzicht übt!

Mein persönliches Fazit: Warum das Ganze?

Vielleicht fragt ihr euch, warum ich mich so intensiv durch das alkoholfreie Sortiment probiert habe? Der Grund ist simpel: Ich bin dieses Jahr zum dritten Mal in Folge beim Dry January am Start!

Es ist für mich mittlerweile eine liebgewonnene Tradition geworden, das Jahr bewusst und mit klarem Kopf zu beginnen. Dass ich dabei nicht auf das Genuss-Ritual im Glas verzichten muss, zeigen meine Entdeckungen oben. Wenn ihr mehr über meine Erfahrungen mit dem alkoholfreien Monat wissen wollt oder selbst überlegt mitzumachen, schaut mal in meinen ausführlichen Artikel zum Thema Dry January auf Inweinwetrust.de rein.

Habt ihr schon einen alkoholfreien Favoriten gefunden oder seid ihr noch skeptisch? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

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